Huch, es ist der Santa Blaus!

In den Trümmern einer US-Spielzeugfabrik machten Archäologen einen spektakulären Fund: den ältesten Spielzeugweihnachtsmann der Welt – und der trug blau. Den roten Einheitsdress für Santa entwarf ein Cartoonist erst viel später, für eine Werbekampagne. Doch nun erlebt der blaue Mantel ein Comeback.

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Schatz im Vulkansee

Schon als Kind hörte Roberto Samayoa die Legenden von einer Kirche in einem guatemaltekischen See. Als er dann beim Tauchen tatsächlich Tempel entdeckte, fehlte das Geld für Forschungen. Erst jetzt bestätigen Archäologen: Er hat eine spektakuläre Pilgerstätte der Maya gefunden.

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Suche im Shakespeare-Müll

Was stand bei Shakespeare zum Abendbrot auf dem Tisch? Diese und ähnlich intime Fragen hoffen Archäologen zu klären, wenn im kommenden Jahr die Ausgrabungen in Stratford- upon-Apon beginnen – jenem Ort, wo das Wohnhaus des britischen nationaldichters stand und er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Danach wollen die Forscher ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die Abfallgruben des später umgebauten und eingerissenen Hauses richten. Hier erhoffen sie sich spannende Einsichten in die Eßgewohnheiten von Shakespeare sowie dessen Alkohol- und Tabakkonsum, den sie anhand von Scherben und zerbrochenen Tabakpfeifen zu rekonstruieren hoffen. Das Anwesen „New Place“ war einst ein schmuckes Anwesen mit zehn Kaminen und fünf Giebeln.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 52/2009.

German Excavation Reveals Signs of Mass Cannibalism

Was it mass cannibalism, ritual slaughter or both? Archaeologists who unearthed the remains of 500 Stone Age corpses in the German town of Herxheim say the meat was cut off their bones as if they were livestock. One conclusion is that the people were eaten — after volunteering to be sacrificed.

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Die Menschenschlachter von Herxheim

Ein grausiger Fund gibt Archäologen Rätsel auf. In der Pfalz haben Forscher mehr als 500 Tote gefunden, denen vor 7000 Jahren das Fleisch wie bei Schlachtvieh von den Knochen geschabt wurde. Der Verdacht der Ausgräber: Die Menschen wurden verspeist – und sie haben sich offenbar freiwillig geopfert.

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DNA-Datenbank für argentinische Opfer

Die Militärdiktatur in Argentinien endete 1983, aber die Suche nach den Opfern des Terrorregimes ist noch längst nicht abgeschlossen. Erst kürzlich konnten Rechtsmediziner des argentinischen Teams für anthropologische Forensik kurz EAAF, 42 Opfer aus einem Massengrab in Merlo, einem Vorort von Buenos Aires, und zwei weiteren Fundorten identifizieren. Seit zwei Jahren sammeln die argentinischen Wissenschaftler Blutproben von den Nachkommen der Vermissten und bauen daraus eine DNA-Datenbank auf. 5000 solcher Vergleichsproben gibt es schon – und 598 bisher nicht identifizierte Skelette ermordeter Opfer des Militärregimes. Ein Gentechniklabor im US-Staat Virginia vergleicht Blut- und Knochen-DNA. Erst wenn zusätzlich zu den DNA-Proben auch die zahntechnischen Befunde sowie Fundorte und Verletzungen mit bislang bekannten Informationen übereinstimmen, benachrichtigt EAAF die Angehörigen. Die Arbeit der Forensiker wird sich noch viele Jahre hinziehen: Von den Menschen, die während der Militärdiktatur verschwanden, gelten 20 000 bis 30 000 immer noch als vermisst.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 49/2009.

U-Boote als Flugzeugträger

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs machten die Amerikaner brisante Kriegsbeute: Fünf japanische High-Tech-U-Boote, die auch Bombenflieger an Bord hatten. Die US-amerikanische Navy hatte sie 1946 vor der Küste Hawaiis an einem geheimen Ort versenkt – denn die Gefährte waren allen anderen technisch so weit überlegen, dass die Sowjets diese Wunderwaffen auf keinen Fall zu sehen bekommen sollten. Nach 17 Jahren Suche haben nun Taucher der National Oceanic and Atmospheric Administration und des Hawaii Undersea Research Laboratory die Wracks von drei dieser fünf Boote gefunden. Eines von ihnen, die I-201, zeichnete sich durch Rekordgeschwindigkeit aus, ein anderes, die I-401, war mit 120 Metern länger als ein Fußballfeld. Die neuentdeckte I-14 konnte zwei Flugzeuge mit eingefalteten Flügeln transportieren. Die Mini-Bomber waren trotzdem innerhalb von sieben Minuten startklar. Sie sollten Kamikaze-Einsätze gegen amerikanische Großstädte fliegen und konnten das Boot als Startrampe nutzen. Die I-201 wiederum schaffte 20 Knoten – und war damit zweieinhalb mal so schnell wie die besten U-Boote der Amerikaner zu der Zeit.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 48/2009.

Mona Lisa in 3-D

Über die Akropolis von Athen schlendern und gleich darauf dem Florentiner David des Michelangelo einen Besuch abstatten – dieses Kunststück soll Interessierten künftig spielend leicht gelingen. Das internationale „3D-Coform”-Projekt entwickelt derzeit ein virtuelles Computerarchiv für Kunstgegenstände aus aller Welt. Die Nutzer können dann per Mausklick antike Gebäude besichtigen, klassische Statuen von allen Seiten betrachten oder die Oberflächenstruktur von Werken alter Meister untersuchen. 19 Partnerorganisationen sind beteiligt, darunter die Fraunhofer Gesellschaft und die Uni Bonn, aber auch Museen wie die Staatlichen Museen zu Berlin und der Louvre. Die Datenbank soll nicht nur als virtuelle Ausstellung dienen, sondern auch als Werkzeug für Wissenschaftler: Eine Suchfunktion wird es ermöglichen, weltweit nach Objekten zu stöbern. „Griechische Vasen aus dem 6. Jahrhundert vor Christus mit mindestens zwei Henkeln” etwa müssen sich Forscher künftig nicht mehr aus unzähligen Museumskatalogen heraussuchen, sondern können sie mit der Suchfunktion von 3D-Coform binnen Sekunden auf ihren Monitor zaubern. Für einen ersten Testlauf wurden unter anderem schon mal der David von Michelangelo und die Mona Lisa eingescannt.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 47/2009.

Amateur findet Goldschatz

Eigentlich wollte Hobbyausgräber David Booth nur seinen neuen Metalldetektor ausprobieren – doch gleich bei diesem ersten Test gelang ihm eine spektakuläre Entdeckung: In einem Feld nahe der schottischen Stadt Stirling stieß der Brite auf historischen Goldschmuck im Wert von über einer Million Pfund. Gerade einmal sieben Schritte von der Stelle entfernt, wo der Hobby-Archäologe sein Auto geparkt hatte, begann der Detektor zu blinken. Booth holte vier Halsreifen – Torques genannt – aus der Erde. Sie stammen aus den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt und wurden von Männern der keltischen Elite getragen. Zwei der Stücke sind schottischer oder irischer Herkunft, einer der Torques stammt aus dem Südwesten des heutigen Frankreich, der vierte kombiniert mediterrane und lokale Stile. Damit muss eventuell die schottische Geschichte neu betrachtet werden: Der Fund legt nahe, dass die Region in der Eisenzeit bei weitem nicht so isoliert war wie bislang angenommen. „Als ich die Bilder von den Torques gesehen habe, bin ich fast vom Stuhl gefallen”, erzählt der Chefkurator des National Museum of Scotland, Fraser Hunter. Nach schottischem Gesetz gehört der Goldschatz der britischen Krone. Üblicherweise zahlt diese jedoch dem Finder eine Entschädigung, die dem geschätzten Wert der Fundstücke entspricht.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 47/2009.