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April 2009
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Archive für April 2009

Todgeweihter Lincoln

Am Karfreitag des Jahres 1865 schoss ein Attentäter den US-Präsidenten Abraham Lincoln nieder. Tötete der Mörder einen ohnehin Todgeweihten? Das will der US-Kardiologe John Sotos herausgefunden haben. Lincoln habe an „multipler endokriner Neoplasie” (MEN) des Typs 2B gelitten - einer seltenen Erbkrankheit, die Schilddrüsenkrebs hervorruft. Der Präsident, so die späte Ferndiagnose des Mediziners, hätte wahrscheinlich das Osterfest des Folgejahres nicht mehr erlebt. Seine Diagnose stützt Sotos auf Fotos uns Zeitzeugenberichte. Ein Hinweis auf MEN2B sei zum Beispiel die außergewöhnliche Körpergröße Lincolns, der mit 1,93 Meter der längste US-Präsident der Geschichte war. Auch Beulen auf Lincolns Lippen, zu erkennen auf einem Gesichtsabdruck aus Gips, sprächen für die Erbkrankheit: Sotos deutet sie als charakteristische Nervenverwachsungen, sogenannte Neurone. Schon den Zeitzeugen war der Verfall des Präsidenten aufgefallen. Lincoln selbst habe gemutmaßt, er werde „das Ende des Bürgerkrieges nicht erleben.” Um seine Theorie zu untermauern will Sotos nun eine Lincoln-Reliquie aus einem Militärmuseum in Philadelphia untersuchen: jenen Kissenbezug, an dem nach dem Attentat Blut und Gehirnmasse des Präsidenten kleben blieben, die sich vielleicht für eine DNA-Analyse eignen.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 18/2009.

Konserviert für die Ewigkeit

Wer schön sein wollte, kam unters Messer - auch nach dem Tod: Um die Verstorbenen für die Reise ins Jenseits zu präparieren, scheuten die altägyptischen Einbalsamierer vor keinem noch so drastischen Eingriff zurück. Ihre Arbeiten halten bis heute.

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Mehr Sonne bitte!

Hauptsache gigantisch, lautete das Motto der Römer, selbst wenn sie Sonnenuhren bauten. Sogar das Pantheon soll einer neuen Theorie zufolge dem Studium des Gestirns gedient haben. Zu Meister-Astronomen wurde aber ein anderes Volk der Antike, das Raffinesse vor Größe setzte: die Griechen.

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Jäger des verlorenen Heilands

Sie sind die tragischen Gestalten der Archäologie: Spatenforscher, die auf der Suche nach Jesus-Artefakten das Heilige Land durchwühlen. Für eine Sensationsgeschichte in den Medien sind ihre Funde immer gut - doch übrig bleibt am Ende meist nur Staub.

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Was von uns übrig bleibt

Der Brite John Schofield verschiebt mit provokanten Aktionen die Grenzen der Archäologie: Er untersucht Relikte der jüngsten Vergangenheit - einen Ford Transit, Friedenscamps der Atomkraftgegner und Uni-Hörsäle. Dabei fördert er Erstaunliches zu Tage, das wir fast schon wieder vergessen hatten.

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