Taucher haben in den USA das Wrack der legendären Moonlight gefunden. Im kalten und sauerstoffarmen Wasser des Lake Superior hat der Rekordsegler fast unbeschadet ein Jahrhundert überdauert. Im Bauch des Schoners finden sich noch Becher und Teller der letzten Mahlzeit.
Das Geheimnis des uralten Riesenhügels
Silbury Hill, ein vor rund 4400 Jahren von Menschenhand aufgeschütteter riesiger Kreidehügel in der Nähe der südenglischen Ortschaft Avebury, beflügelt die Phantasie der Forscher seit langem. Nun hat der britische Archäologe Jim Leary das Geheimnis des prähistorischen Monuments gelüftet: In seinem Inneren befindet sich – gar nichts. Zu diesem verblüffenden Ergebnis kam der Wissenschaftler nach drei Jahren Restaurierungs- und Grabungsarbeiten im Auftrag der staatlichen Kulturschutzorganisation English Heritage. Es sei den Erbauern offenbar gar nicht darum gegangen, einen Hügel aufzuschichten, enthüllte Leary vor kurzem bei einem Treffen der Society of Antiquaries in London: Ich glaube, dass der Akt der Errichtung eine Zeremonie war und die fertige Form nur ein Nebenprodukt. Immerhin muss es sich um einen zeitraubenden Akt gehandelt haben: Um das Jahr 2400 vor Christus begannen die Erbauer, den kreidigen Boden neben der Quelle des Kennet River anzuhäufen. Schätzungsweise 35 Millionen Körbe später standen sie auf einer der höchsten von Menschenhand geschaffenen Erhebungen Europas – 45 Meter über den feuchten Flußwiesen.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 21/2008.
Inka waren Weltmeister der Schädel-Chirurgie
Die Inka waren Meister im Öffnen von Schädeln, um Verwundungen zu heilen. Jeder sechste Totenkopf, den Forscher jetzt untersuchten, hat ein Loch – und die meisten Operierten hatten ohne größere Komplikationen überlebt. Grund: die geschickte Bohrtechnik der Mediziner.
Der unglaubliche Palast der Königin von Saba
Ein Hamburger Archäologe will den Palast der mythischen Königin von Saba gefunden haben – und sorgt in ganz Deutschland für Schlagzeilen. Verlassen hat er sich bei seiner Suche auf jahrtausendealte Geschichten von Einheimischen. Nur fehlen ihm belastbare Beweise.
Amerikas mysteriöse Megacity
Es war die größte Stadt Nordamerikas: Vor 800 Jahren stand mitten in der Prärie des Mississippi-Gebiets eine pulsierende Metropole. Ihre Bewohner lebten auf künstlichen Hügeln, waren versierte Astronomen – und opferten junge Frauen zu Dutzenden. Woher kamen die Menschen von Cahokia?
Das Geheimnis von Indiana Jones‘ Kristallschädel
Für Esoteriker sind sie kosmische Energiequellen, im neuesten Indiana Jones-Film rettet der Held damit sogar die Welt. In den Museen dieser Welt liegen rund ein Dutzend mysteriöse Kristallschädel – und die schimmernden Artefakte haben ein gemeinsames Geheimnis.
150 Jahre Ölzeitalter
Bislang galt das verschlafene Drake Well in Titusville, Pennsylvania, als Wiege der Ölindustrie Nordamerikas. Doch diesen Rang droht die kleine Ortschaft nun zu verlieren. Denn tatsächlich soll zuvor bereits in Oil Springs im südkanadischen Lambton County ein Förderturm errichtet worden sein. Das behauptet zumindest Emory Kemp, Chef des Instituts für Technikgeschichte und Industriearchäologie an der West Virginia University. Auf einem Symposium im Oil Museum of Canada setzte sich Kemp jüngst dafür ein, Oil Springs endich diese Ehre zuzusprechen und die Stätte zum Weltkulturerbe zu erklären. Schon 1858 war der Geschäftsmann James Miller Williams hier auf Öl gestoßen und hatte in der Folge begonnen, den Rohstoff kommerziell zu fördern. Der Bedarf an Rohöl war rasch gestiegen, seit Lampen nicht mehr mit Waltran, sondern mit Petroleum gespeist wurden.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 17/2008.
Friedenspakt auf Ruinen
Was Politiker nicht schaffen, haben jetzt israelische und palästinensische Archäologen vollbracht: eine Art Friedensabkommen. Am 8. April legte eine unabhängige Arbeitsgruppe unter der Führung der beiden in den USA forschenden Archäologen Ran Boytner und Lynn Swartz Dodd einen 39-Punkte-Plan vor. Er regelt die Rückgabe von bereits ausgegrabenen Artefakten, die staatliche Aufsicht über archäologische Stätten sowie künftige gemeinsame Ausgrabungen im gesamten israelisch-palästinensischen Gebiet. Alle archäologischen Funde sollen nach einer künftigen Grenzziehung in den Besitz derjenigen Nation übergehen, auf deren Territorium sie gefunden wurden. In Vorarbeit haben Boytner und Dodd eine Datenbank mit 1500 Ausgrabungsstätten und Zehntausenden Artefakten erstellt, die von einer neuen Grenzregelung betroffen wären. Darunter fallen auch so prominente Stätten wie die Höhlen von Qumran oder Samaria, die Hauptstadt des biblischen Königreichs Israel. Die Archäologie gilt als besonders heikles Thema zwischen den beiden Völkern.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 17/2008.
Tunnelstadt unter der Hölle
Es war eines der tollkühnsten Manöver des Ersten Weltkriegs: Um deutsche Truppen zu überraschen, gruben die Alliierten ein gigantisches Tunnelsystem unter der nordfranzösischen Stadt Arras. 24.000 Mann versteckten sich unter der Erde. Jetzt hat ein Archäologe die Gewölbe wiederentdeckt.
Zerstörte ein Asteroid Sodom und Gomorrha?
Nicht Gottes Zorn machte die Städte Sodom und Gomorrha dem Erdboden gleich, sondern ein Asteroid. Das jedenfalls behaupten zwei britische Raketenforscher – und verweisen auf eine alte Himmelscheibe. Doch Archäologen und Geologen bleiben skeptisch.