Das Dartmoor im Südwesten Englands ist bekannt als Schauplatz finsterer Gruselgeschichten. Hier ließ Sir Arthur Conan Doyle den Hund der Baskervilles seine Opfer zu Tode hetzen. Doch bei Sonnenschein zeigen die Originalschauplätze im Hochmoor ihre ganze herbe Schönheit.
Angeblicher Hitler-Schädel stammt von einer Frau
Jahrzehntelang galt ein Schädelteil mit Einschussloch als einer der wenigen handfesten Belege für den Tod Adolf Hitlers. Nun hat eine DNA-Untersuchung ergeben, dass das Knochenfragment auf keinen Fall dem Diktator gehört haben kann. Das Russische Staatsarchiv meldet allerdings Zweifel an der Studie an.
Das Geheimnis der geopferten Armee
Grausiger Fund von Studenten in Dänemark: Hunderte zerschlagener Skelette lagen unter den Wiesen eines idyllischen Tals – Überreste besiegter Soldaten, die Germanen den Göttern geopfert hatten. Archäologen wollen nun herausfinden, woher die fremde Armee kam.
Tödlicher Klotz am Bein
Es war ein gruseliges Fundstück, das die beiden Hobby-Archäologen Steve Brooker und Rick Jones kürzlich aus dem schwarzen Schlamm des Themse-Ufers zogen: eine Fußfessel mit einer acht Kilo schweren Eisenkugel daran. Vor rund 300 Jahren, so haben erste Analysen erbracht, umschloß der Eisenring das Bein eines Sträflings, als dieser vermutlich in den Fluten versank. Das Schloss jedenfalls ist immer noch fest eingerastet – ein Hinweis darauf, dass die Fessel auch tatsächlich angelegt war. Die Knochen des Unglücklichen sind lange vergangen. Kugel, Kette und Schloss aber hat der sauerstoffarme Themse-Schlamm konserviert – zumal das Gerät aus sehr hochwertigem Eisen gefertigt ist. Das Gewinde des Schlosses verrät, dass die Fessel nicht in England hergestellt wurde, sondern auf dem europäischen Kontinent – wahrscheinlich von einem deutschen Schmied. Diese Fußfessel hielt keinen Sklaven, konstatiert Kate Sumnall, Archäologin im Museum of London. Die Arbeit sei zu hochwertig, um einfach als Abfall in der Themse entsorgt worden zu sein. Alle Indizien deuten darauf hin, dass es ein bedeutender Gefangener war, der in der Themse einst sein nasses Grab fand.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 37/2009.
Der letzte Schrei
Ist es die Angst im Angesicht des Todes? Die qualvoll verzerrten Gesichter von Mumien geben von jeher Anlass zum Gruseln. Doch das grauenhafte Antlitz ist das Resultat elementarer Physik – und schlampiger Einbalsamierung.
Lauern in der Mauer
Erschienen in Geo, September 2009
Schädlinge Chinesische Restauratoren haben Mühe, die Mauer der alten Kaiserstadt Xi’an gegen winzige Feinde zu verteidigen: Milben
Betroffen ist vor allem die Anlage um das acht Meter hohe und mehr als 26 Meter breite Hanguang-Tor, einem von ehemals 18 der antiken Metropole. Von dieser Pforte nahm während der Tang-Dynastie (618 – 907) die Seidenstraße ihren Anfang. Die unterste Schicht des Bauwerks geht bereits auf die Sui-Dynastie (581 – 618) zurück.
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Sacht in Grund und Boden
Erschienen in Geo, September 2009
Ballistik Wie schafften es Kanonenkugeln vor gut 200 Jahren, dickste Schiffswände zu durchschlagen?
Seine massive Eichenpanzerung hat dem Schiff nichts genützt. Kanonensalven brachten es in der Hafeneinfahrt von Akkon zum Sinken. Vermutlich ließ der britische Admiral William Sydney Smith das stattliche Gefährt 1799 versenken, um der feindlichen französischen Flotte unter Napoleon Bonaparte die Einfahrt zu versperren.
Doch bis heute wundern sich Fachleute über die Durchschlagskraft der Geschosse der damaligen Zeit. Wie war es möglich, die dicken Bohlen mit vergleichsweise langsam fliegenden Kugeln zu zertrümmern?
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Butter aus dem Moor
Lange bevor es Kühlschränke gab, lagerten die Iren Butter im Moor. Zwei Arbeiter der irischen Torfbehörde haben unlängst einen Klumpen entdeckt, den Bauern dort vor rund 3000 Jahren versenkt haben müssen. John Fitzharris und Martin Lane staunten nicht schlecht, als sie in den feuchten Wiesen des Gilltown-Moores rund 40 Kilometer westlich von Dublin einen weißen Streifen im Boden fanden. Zutage kam ein knapp ein Meter hohes und 35 Kilogramm schweres Eichenholzfass mit Deckel – und randvoll mit einer weichen Masse, die sogar noch leicht nach Butter roch. Archäologen des National Museum of Ireland datierten den Fund in die Eisenzeit um etwa 1000 vor Christus. Damit ist es die älteste bekannte Moorbutter. Ob die Iren ihre Butter im Moor versenkten, um sie dort unter Luftabschluss zu konservieren, oder ob die Prozedur der Geschmacksveredelung diente, ist nicht bekannt. Als Brotaufstrich taugt sie allerdings nach 3000 Jahren nicht mehr: Die Masse hat sich in Adipocire verwandelt – jene Substanz, zu der auch das Fettgewebe von Wasserleichen wird.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 36/2009.
Unterstand für Heidis Vorfahren
Auf den Weiden des in der Ostschweiz gelegenen Fimbertals wächst das Gras besonders fett. Das wussten offenbar schon Heidis Vorfahren vor 2500 Jahren – und bauten auf 2300 Metern Höhe eine Hütte, um dort mit ihrem Vieh den Sommer auf der Alp verbringen zu können. Der Zürcher Archäologe Thomas Reitmaier hat die Überreste der ältesten bekannten Schweizer Berghütte entdeckt. Dabei fand er auch, dass das Fimbertal bereits seit der Steinzeit ein beliebter Weideort war: Hier saßen Hirten wohl schon in der ersten Hälfte des 5. Jahrtausends vor Christus um eine Feuerstelle – als die Menschen im Alpenraum gerade eben erst das Jagen und Sammeln aufgegeben und die Landwirtschaft für sich entdeckt hatten. Durch die steinernen Fundamente der 2500 Jahre alten Hütte ist nun erstmals der archäologische Nachweis gelungen, dass Bauern nicht nur bei gutem Wetter, sondern auch den ganzen Sommer über mit ihrem Vieh auf der Alp lebten. Die Behausung bot vier bis sechs Leuten Schutz, wahrscheinlich auch bei gelegentlichen Schneestürmen.
Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 34/2009.
Die Rache der Königin
Die Siedlung Calleva Atrebatum in Britannien war zur Römerzeit eine Boomtown: Die Menschen lebten so luxuriös und komfortabel wie die Eroberer. Dann wurde die Stadt plötzlich zerstört. Eine keltische Königin soll sich grausam an den pro-römischen Einwohnern gerächt haben.