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Archiv der Kategorie Großbritannien

Die wilden Ponys aus dem Dartmoor

Im Süden Englands leben rund 3000 Ponys frei in einem riesigen Moorgebiet. Nur einmal im Jahr treiben ihre Besitzer sie zusammen: Dartmoorponys sind bei Züchtern und Reitern beliebt.

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Ein Archäologe unter Obdachlosen

Archäologen gelten als Experten für die Vergangenheit. Doch einige wenden ihre Methoden jetzt auf die moderne Gesellschaft an - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Ein Porträt des Gegenwartsarchäologen John Schofield.

Erschienen in bild der wissenschaft 01/2011.

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Steine schleppen ohne Muskelkater

Schottland - Im Osten Schottlands gibt es eine Menge kleiner, verzierter Steinkugeln. Spielten die Leute in der Jungsteinzeit damit etwa Tennis oder Cricket? Der Archäologe Andrew Young hat eine bessere Erklärung: Steinzeitliche Baumeister könnten die Bälle benutzt haben, um damit Riesensteine zu bewegen für Monumente in Schottland oder Stonehenge. Das ist ein Bauwerk im Süden Englands, das aus meterhohen Steinen besteht.
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Kugellager für den Hinkelsteintransport

Das schottische Aberdeenshire ist unter Archäologen für zwei Dinge bekannt: für Funde von etwa tennisballgroßen Steinkugeln und für seine megalithischen Steinkreise. Nun hat der Archäologe Andrew Young von der University of Exeter herausgefunden, dass die kleinen Steinkugeln und die prähistorischen Steinkreise zusammenhängen könnten. Die Baumeister der Monumente, meint Young, benutzten die Bälle, um darauf die großen Brocken zu transportieren. Der Forscher kam darauf, weil fast alle der über 400 bekannten Steinkugeln gleich groß sind - ihr Durchmesser beträgt ziemlich genau 70 Millimeter. Anhand eines kleineren Holzmodells konnte er zeigen, dass die Methode einwandfrei funktioniert: „Ich legte 100 Kilogramm Beton auf die Kugeln und schaffte es, das Gewicht mühelos mit einem Finger zu bewegen”, berichtet der Forscher. Die Megalithen der schottischen Steinkreise bringen allerdings bis zu 70 Tonnen auf die Waage. Also konstruierte Young ein größeres Modell - stabil genug, um zumindest das Gewicht eines kleineren Hinkelsteins zu tragen. Mit acht Leuten konnte sein Team auch diese Riesenlast mühelos auf den kleinen Kugeln transportieren. Auch im südenglischen Stonehenge, so vermutet der Experte für experimentelle Archäologie, könnten die Steinzeitspediteure ihre Sarsensteine auf solchen Kugellagern bewegt haben.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 48/2010.

Erbe der Feuersbrunst

Mitunter verhilft ein Unglück Forschern zu unverhofften Funden. So wütete vor 2500 Jahren eine Feuersbrunst zwischen den Hütten einer kleinen Siedlung in der Nähe des heutigen Peterborough in der englischen Grafschaft Cambridgeshire. Die Behausungen standen damals auf dicken Eichenpfosten über dem Fluß Nene. Als das Feuer ausbrach, wirkte der Luftraum unter den Häusern wie ein Windkanal und sorgte für extreme Hitze. Schnell brachen die tragenden Balken, und die angekohlten Häuser fielen direkt in den Fluß. Das Wasser löschte das Feuer sofort - und konservierte die Hütten mitsamt Inhalt. Nun haben britische Archäologen die bronzezeitliche Siedlung entdeckt. Auf der Flucht vor den Flammen ließen die Bewohner allerlei zurück: Waffen, Stoffe, sogar Töpfe voller Essen. „Die Textilfunde sind einzigartig”, schwärmt Ausgräber Tim Malin: „Wir haben noch nie zuvor Stoffe aus dieser Zeit gefunden.” Die 50 Töpfe mit Nahrungsmitteln sollen demnächst im Labor analysiert werden.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 47/2010.

Massenmord in Oxford

Auf dem Gelände des St. John’s College in Oxford sind Archäologen auf die Spuren eines jahrhundertelaten Gewaltverbrechens gestoßen. Im Erdboden lagen die Knochen von mindestens 34 großen, kräftigen Männern. Laboruntersuchungen zeigen nun, wie diese zu Tode kamen: 20 der Skelette haben Stichkanäle in den Rückenwirbeln oder dem Beckenknochen, 27 der Schädel sind zerstrümmert. Verletzungen der Rippen der Toten lassen darauf schließen, dass fast die Hälfte von ihnen von hinten angegriffen wurde. Bei 5 von ihnen hatte jemand versucht, den Kopf abzuschlagen - was bei einem weiteren tatsächlich gelang. Zusätzlich erlitten einige der Opfer Verbrennungen. Doch wer waren die Toten? Eine Laboranalyse der Knochen hat ergeben, dass sie - anders als die heimischen Angelsachsen - zu Lebzeiten reichlich Fisch gegessen hatten. Zudem waren sie ungewöhnlich groß. Alles spricht somit dafür, dass es sich bei den Dahingemeuchelten um Wikinger handelte. Der Fund passt zu einem Ereignis, von dem die angelsächsischen Chroniken berichten. Am 13. November 1002 verordnete König Ethelred die Ermordung aller dänischen Wikinger in seinem Reich. Er selbst beschrieb, was an jenem Tag beim St. Brice’s Day-Massaker in Oxford geschah: Die Dänen suchten Zuflucht in einer Holzkirche, doch seine Männer setzten kurzerhand das Gebäude in Brand. Anschließend karrte man die Leichen vor das Nordtor der Stadt und kippte sie in einen Graben. 1555 wurde das St. John’s College gegründet und über dem in Vergessenheit geratenen Massengrab erbaut.

Erschienen in Prisma, Spiegel (Printausgabe) 46/2010.

Frischluft

Erschienen in Geo, November 2010
Die „Magna Carta” soll in einem sichereren Edelgas gelagert werden als bisher
Nach dem Tod seines Bruders Richard Löwenherz im Jahr 1199 begann Johann Ohneland als dessen Thronfolger, fri über die Schicksale seiner Untertanen zu bestimmen - bis hin zu der Entscheidung, wen sie heiraten durften. Die Johann endlich von aufständischen Adligen abgetrotzte Unterzeichnung der Magna Carta bedeutete auch für einfache Bürger eine Verbesserung ihrer Lebensumstände.
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Wunderwaffe im Ärmelkanal

Mit ihren U-Booten versenkten die Nazis Tausende Schiffe - die Briten konterten mit raffinierten Ortungssystemen. Jetzt haben Forscher sechs Wracks im Ärmelkanal entdeckt, die beweisen: Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren Minen die größte Gefahr für die deutschen Boote.

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Ich bin dann mal stempeln

Erschienen in „healthy living” 08/2010
Das englische Dartmoor ist berühmt für seine Sümpfe, wilden Ponys und den Letterboxing-Sport. „Letterwas?“, fragten wir unsere Autorin. Das sei eine Art moderne Schatzsuche mit dem Kompass, erklärte sie, reiste hin – und kam schwer begeistert zurück

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Grusel-Gräber

Einen gruseligen, mindestens 1600 Jahre alten Friedhof fanden Archäologen im britsichen York. Dort lagen 80 Gladiatoren begraben - die meisten davon ohne Kopf. Einer der Kämpfer wurde in der Arena wahrscheinlich sogar von einem wilden Tier getötet. An seinen Knochen entdeckten die Ausgräber Bißspuren eines Löwen, Tigers oder Bären. Andere zeigten schwere Verletzungen von Keulen oder Äxten. Bei vielen der Toten war der rechte Arm deutlich länger als der linke. Diese Veränderung am Skelett entsteht, wenn ein rechtshändiger Mensch schon als Jugendlicher mit dem Training an schweren Waffen beginnt. Sklavenhändler verkauften besonders aufsässige Kinder oft an Gladiatorenschulen, wo sie schon früh mit der Ausbildung beginnen mussten. Trotz ihres grausamen Todes wurden die Männer sorgfältig begraben. Einem von ihnen hatten seine Fans die Überreste von mindestens vier Pferden mit ins Grab gelegt, die sie zuvor wohl als Leichenschmaus verzehrt hatten. Ein anderer bekam gleich ein ganzes Schaf mit ins Jenseits.

Erschienen in Dein Spiegel 08/2010.